Jahresforum 360° BatterieMD – Die Batteriebranche trifft sich in Weimar

Die Batteriebranche weiß, wo sie steht: Europa muss seine technologische Souveränität stärken, Wertschöpfungsketten aufbauen und gleichzeitig die Klimaziele erreichen.
Der digitale Batteriepass wird ab Februar 2027 zur Pflicht, ein Meilenstein, der die gesamte Industrie vor neue Herausforderungen stellt. Genau hier setzt das Batterieforum an und trifft sich vom 1. bis 2. Dezember 2026 im Seminargebäude der Neuen Weimarhalle in der Kulturstadt Weimar.
- Datum: 1./2. Dezember 2026
- Ort: Seminargebäude Neue Weimarhalle, Unesco-Platz 1, 99423 Weimar
- Werden sie Aussteller
Das komplette Programm mit ausführlichen Inhalten zu den Vorträgen sowie allen Referenten finden sie hier.
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Ein Forum für die gesamte Wertschöpfungskette
Das Batterieforum bringt genau die Akteure zusammen, die die Batteriezukunft aktiv gestalten: Von der Materialforschung über die industrielle Produktion bis hin zu politischen Rahmenbedingungen und innovativen Bildungsansätzen. Hier entstehen die Kontakte, die Europa batterietechnologisch voranbringen werden.
Konferenztag 1: Materialforschung, Politik und Bildung
Der erste Tag beginnt mit tiefgreifenden Einblicken in die Batteriematerialforschung der Batterietechnologie. Besonders hervorzuheben sind die Vorträge zu „strategischen Chancen und Herausforderungen in der europäischen LFP-Produktion“ und „Alternativen zur Lithium-Ionen-Batterie.“ Lithium-Eisenphosphat-Batterien gewinnen rasant an Bedeutung, besonders für stationäre Speicher und kosteneffiziente E-Mobilität, doch die Abhängigkeit von chinesischen Kathodenmaterialien bleibt eine strategische Herausforderung.
Im politischen Teil der Konferenz wird die Thüringer Wirtschaftsministerin Boos-John ein Grußwort halten, während CATL einer der weltweit führenden Batteriehersteller seine Erfahrungen und Erwartungen am Thüringer Standtort teilt. Diese Kombination aus regionaler Politik und globaler Industrie unterstreicht, wie wichtig lokale Wertschöpfungsketten für die europäische und deutsche Batteriezukunft sind.
Die Vorträge zu Bildung und Wissensvermittlung mit der Vorstellung des Bildungsprojektes BatterieMD und den implementierten Lernmodulen durch einen Bildungsträger des Bildungsverbunds zeigen zudem, wie wichtig qualifiziertes Personal für den Erfolg der Batteriewirtschaft ist. Ohne gut ausgebildete Fachkräfte bleiben selbst die besten Technologien wirkungslos.
Ein besonderes Highlight: Das Escape Game „Sicherer Umgang mit Batterien" wird auf der Konferenz erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und die Teilnehmer können aktiv am Spiel teilnehmen und die entwickelten Lerninhalte selbst erfahren. Spielerisch vermittelt die Lehrmethode die essenziellen Sicherheitsinhalte. Der innovative Ansatz zeigt, wie Wissensvermittlung im Batteriebereich neu gedacht werden kann.
Konferenztag 2: Wissenschaft im Fokus
Der zweite Tag ist wissenschaftlich und anwendungsorientiert geprägt und bietet parallele Sessions, die tief in die technischen Details eintauchen.
In der Session zu Aufbau- und Verbindungstechnik sowie Produktion stehen prozesssichere Fügetechnik, Qualitäts- und Sicherheitsprobleme in der Produktion sowie Stirnkontakttechnologie für Hochstromanwendungen im Vordergrund. Parallel dazu steht die Elektrifizierung kommerzieller Flottenanwendungen im Fokus.
Die Session zu Sensorik, Diagnostik und Qualitätssicherung bietet einige der wissenschaftlich spannendsten Beiträge: Referenzelektroden für Schnellladen und Degradationsmonitoring ermöglichen es, den Zustand der Zelle in Echtzeit zu überwachen – ein Schlüsselthema für die Lebensdauer von Batterien. In situ Magnetresonanzuntersuchungen an Energiespeichermaterialien bieten Einblicke auf atomarer Ebene. Und Gassensoren zur Defekterkennung an Batterien versprechen Frühwarnsysteme, die Sicherheitsrisiken minimieren.
In der parallelen Session zu Materialien und Technologien werden Kathodenmaterialien für Natrium-Ionen-Batterien vorgestellt, ein vielversprechender Ansatz, um Europa unabhängiger von Lithium zu machen. Die Grenzflächenstabilität sulfidbasierter Feststoffbatterien ist eine der größten wissenschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahre. Im Vortrag zum digitalen Batteriepass wird besprochen, wie Daten semantisch vereinheitlicht und für alle Akteure nutzbar gemacht werden – ein Thema, das ab Februar 2027 jeden Hersteller betreffen wird. Und Batterierecycling mittels VisionAI macht 100% automatisierte optische Prüfungen möglich, einer der wichtigen Schritte Richtung echter Kreislaufwirtschaft.
Austausch und Kollaboration im historisch und kulturell bedeutendem Weimar
Neben den Fachvorträgen ist der Konferenz besonders das Zusammenkommen und miteinander reden ein besonderes Anliegen und essenzieller Bestandteil des Programms. Am Ende des ersten Konferenztages findet ein Zusammenkommen in einem der ältesten und historisch bedeutendsten Bürgerhäusern Weimars – dem Kirms-Krackow-Haus statt. Schon der Komponist Franz Liszt und Johann Hummel als auch die Dichter Hans Christian Andersen und August von Ifflander trafen sich hier in der Weimarer Gesellschaft und sprachen über gesellschaftlich relevante Themen.
Ein besonderer Höhepunkt in diesem Jahr ist der Besuch des Weimarer Bauhausmuseums. Das Bauhaus stand für die revolutionäre Idee, Kunst, Handwerk und Technik zu einer ganzheitlichen Gestaltung zu vereinen. Die Gründer hatten das Ziel, funktionale, klare und für alle zugängliche Lösungen für das moderne Leben zu schaffen. Diese Verbindungen lassen sich auch in der Batterie und ihrer Branche finden. Daher hat sich der Bildungsverbund Batterie MD gemeinsam mit dem Netzwerk für elektronische Mess- und Gerätetechnik ELMUG eG dazu entschieden das Batterieforum in der Bauhausstadt Weimar durchzuführen und wissenschaftliche, technisch und politische Inhalte mit Kultur zu verbinden.


Bildnachweise:
- Bild 1: Joakim Mosebach / Pixabay
- Bild 2: jggrz / Pixabay
- Bild 3: BatterieMD
- Bild 4: Bauhaus Museum Weimar Foto: pepponzola
- Bild 5: Dauerausstellung Foto: pepponzola
- Bild 6: Bauhauswiege Foto: pepponzola
- Bild 7: Installation Sundial for Spatial Echoes von Tomás Saraceno Foto: vil.sandi